Feb 07
Local dealer
Kritiker war schon immer ein Freund der ortsansässigen Handwerker und der hiesigen Dienstleister. Und so hat er einen absolut zuverlässigen Elektroinstallateur kennen und schätzen gelernt. Und auch einen extrafeinen Metzgermeister. Einen lieben Kleiderhändler auch. Und einen stets fröhlichen Landi-Chef. Das sind die netten Erlebnisse, die Kritiker im Dorf hat, ganz zu schweigen vom Denner-Satellit, wo Herr J.J. dem Kritiker sogar hilft, die Getränke fürs Wochenende in das Autöli zu hieven. Das sind noch Gesten. Und das ist Kundenfreundlichkeit. Sonst könnte Kritiker ja gleich auf Cumuls-Punkte-Jagd gehen in diesem öden Migros-Einkaufszentrum, das immer nur Kopfweh verursacht.
Aber in letzter Zeit funzt das nicht mehr so mit den anderen lokalen Händler. Der TV-Shop hat Kritiker zwar drei Setup-Boxen verkauft, hat aber keine Ahnung, warum da immer mal wieder (der Rhythmus ist unterschiedlich) auf irgendeinem Kanal ein zweiter Kanal in mittlerer Tonqualität dazwischen funkt. Das hat nichts mit den jeweils gewählten Kanälen zu tun, aber den Beni Thurnherr erkennt Kritiker sofort, auch wenn er gerade auf RTL II einen Spielfilm sieht. Der Local Dealer meinte, das sei wohl eine Sache beim TV. Na ja, werfen wir halt die Box weg, aber der TV (relativ neu) bleibt im Wohnzimmer.
Der zweite Local Dealer ist nicht ganz lokal - sein Business ist im Dorf, das sich Stadt nennt. Mit dem Zukauf eines pensionierten Mitbewerbers ist er nun der Platzhirsch. Das wird denn auch weidlich ausgenützt. Wenn man schon alleine auf der grossen Wiese grasen darf, dann muss wenigstens etwas mehr dabei in die Bilanz kommen. So das Motto, oder so ähnlich jedenfalls. Wobei: Kritiker war eigentlich bisher mit dieser Bude mehr oder weniger zufrieden. Doch dann passierte folgendes:
Kritiker hat einen Farblaserdrucker von Xerox. Das Gerät lief einwandfrei, aber eines Tages tauchte da rechts, also etwa in einem Drittel eines A4-Blattes, ein Streifen auf, weiss. Quer durchs Bild. Kritiker reichte dem Loacal Dealer das Bild ein und dieser befand sofort: “Das liegt an der Belichtungseinheit, die müssen wir tauschen.” So brachte denn Kritiker die alte Belichtungseinheit zum Dealer und der verkaufte Kritiker für satte 250 CHF eine neue. Problem behoben?
Aber nein doch: Auch mit der neuen Belichtungseinheit, Bildtrommel oder wie auch immer genannt, blieb der weisse Streifen. Reklamation beim Dealer. “Wir holen den Drucker und reparieren ihn.” Schön so, 250 CHF in den Sand gesetzt für nichts. Der Drucker wurde geholt, ein paar Tage später ein Anruf, man könne da selbst nichts machen, man müsse einen Xerox-Mann kommen lassen, aber das koste mehr als ein neuer Farblaser von Brother. Der Dealer würde Kritiker diesen empfehlen. Und was passiert mit den vier Ersatz-Toner-Kartuschen? “Sorry, die müssen sie entsorgen oder bei uns abgeben, aber wir führen Xerox nicht.”
Kritiker war auf Volldampf: “Den Drucker sofort zurück bringen.” Was denn auch geschah. Und drei Tage später flatterte eine Rechnung in Kritikers Hüttli. Ganz schön happig, mehrere hundert Franken. Für nichts?
Heute nun hat sich Kritiker an das Innere des Druckers gewagt, mit einem Fleece-Lumpen. Sehr vorsichtig. Und dann ist er an der schwarzen Toner-Trommel vorbei gefahren. Getastet. Und siehe - da war wohl ein Staubkorn oder eine Blütenpolle drauf gewesen. Die Drucke sind nun einwandfrei wie früher. Und der Local Dealer soll weiterhin solche Scheindiagnosen liefern - Kritiker ist zwar doof - aber so dooooooooooooooooof nun auch wieder nicht, nämlig…







