Im Dorf, das sich Stadt nennt, gibt es keine Parkplätze, die nicht wenigstens mit 50 Rappen bedient werden müssen, damit der Autofahrer schnellstmöglich in einen Buchladen rennen kann, dort seinen “Mankell” abholt und dann sofort wieder zum Auto sprintet. Und wenn der Autofahrer Glück hat, ist die halbe Stunde noch nicht angelaufen und falls doch, dürfte er sich zu den wenigen Glücklichen zählen, die noch keine Parktbusse haben.
Seit einiger Zeit zahlt der Käufer bei Migros und Denner, beide in einem Provisorium untergebracht, auch Geld, happig, wenn man für den Einkauf noch Parkgebühren zahlen muss. Früher war das so, zu Anfangszeiten des Provisoriums, dass die ersten zwei Stunden gratis waren. Das reicht normalerweise für einen Einkauf völlig.
Das hat sich aber geändert: Das Dorf, das sich Stadt nennt, will nun auch für die Einkaufsparkplätze Geld. Denn irgendwie geht es nicht an, dass da im Dorf, dass sich Stadt nennt, gratis parkiert werden darf. Deshalb wurde für eine Unsumme von Geld die Securitas engagiert, die da nun regelmäsige Kontrollen macht. Der unebadarfte Shopper wird darauf auch freundlich hingewiesen - mit einem Plakat vor dem einkaufstempel.
Netterweise ist das alles in deutscher Sprache geschrieben und die vielen “Nochnicht” - integrierten Kauflustigen verstehen diese Sprache eher weniger. Also wissen sie auch nicht, was damit gemeint ist, wenn das Dorf, das sich Stadt nennt, vor einem Einkaufszentrum Geld für den alten Fiat verlangt, der da parkiert wird. Ist ja auch ein Schilderwald, mal hüst, dann host, und irgendwie steht da wieder ein Securitasmann und schreibt Zettelchen aus.
Und wer es dann vor den Automaten geschafft hat, der kann Pech haben: Denn für gewisse Parrkplätze braucht es einen anderen Automaten und der ist wieder einhundert Meter weiter weg.
Kritiker fragt sich nur, warum sich die Grossverteiler das einfach so gefallen lassen. Das wäre ja so, als müsste demnächst ein Besucher bei Kritiker, der auf Kritikers privatem Gelände parkiert, dem Dorf einen Obulus spendieren…