Aug 03 2010

Die Böllerer vom Dienst

Tag: P R A N G E R, societydoe @ 19:36

Endlich - der Nationalfeiertag gehört der Vergangenheit an und kommt erst im Jahre 2011 wieder. Nicht, dass Kritiker etwas gegen Nationalfeiertage hätte, ganz im Gegenteil, aber er hat was gegen unnützes Geballer aus allen Rohren - als würde die Schweiz in den Krieg ziehen.

Es bgann schon drei Tage vor dem 1. August - erste Böllerschüsse, erste Kettenknaller (schweizerdeutsch: Damenpfürze) weckten bei Kritiker das Gefühl, es sei an der Zeit, irgendwohin zu reisen, um dieser unsinnigen Knallerei auszuweichen. Am 31. Juli haben dann wohl einige Leute das Kalenderblatt falsch gelesen - der dritte Weltkrieg schien ausgebrochen, mitten am Tage. Und abends ging es natürlich darum, wer dem Nachbarn zeigen kann, dass die eigenen Böller noch lauter sind und teurer waren.

Ihr Knallfrösche: Das Geld für die Knallerei wäre sicherlich für die Flutopfer in Pakistan besser verwendet worden. Oder vielleicht für unsere Bergbauern. Aber das Böllern geht da vor - man muss ja schliesslich knallen, um zu zeigen, dass die Schweiz auch noch da ist. Individuelles Geknalle - nicht so wie in Basel, wo 100 000 Besucher auf den Rheinbrücken und aus den Hotelzimmern staunend zusahen, wie sich da 18 Tonnen Feuerwerk (Angaben Sonntagszeitung) verballert wurden. Von den Kosten spricht Kritiker lieber nicht.

Am Nationalfeiertag dann (Kritikerfamilie hatte alle Fenster geschlossen und die Rollos runter gelassen), zogen schwere Wolken am Himmel auf. Gut so. Denn die ganzen Raketen, die Richtung Sterne, respektive Wolken, abgefeuert wurden, kamen nur mit einem Knall zur wahren Pracht, von Farben und Sternschnuppen war vor der Türe am Himmel nichts zu sehen. Und Kritiker hat gelernt: Selbst in einer Finanzkrise muss geballert werden. Nun denn - am Sylvester wird es kaum anders sein.

Schön nur, dass es Läden gab, die bewusst auf den Verkauf dieser chinesischen Marschflugkörper verzichtet haben. Was zwar den Sommerumsatz schmälern dürfte. Aber dafür haben diese Ladenbesitzer ein reines Gewissen. Sie leben noch nicht im Krieg für eine Nacht…

Nebenbei sei bemerkt, dass sich da viele Mitmenschen schuldig gemacht haben, denn es wurde ganz klar in den Amtsblättern geschrieben, dass Feuerwerk in bebauten Gebieten untersagt ist. Nur wer hält sich da schon daran nach einer Bratwurst und sechs Flaschen Bier im Kopf?


Jul 20 2010

Die Abfallgebühren-Abzocker

Tag: P R A N G E R, societydoe @ 14:55

Kritiker hat schon vor ein paar Jahren darüber geschrieben – die Abfallgebühren im Dorf werden gleich mehrmals erhoben. Und das kostet mehr Geld, als sich ein normal denkender Mensch vorstellen kann. Dabei entsorgt Kritiker seine leeren Flaschen ordentlich im Container, dabei hat er nun einen Händler gefunden, der ihm sogar Geld für die leeren Alubüchsen bezahlt und den Karton gratis annimmt, ohne Gebührenmarken. Aber die Gemeinde und der Kanton wollen Geld – für was eigentlich? Die Politiker wären gefragt – aber die machen vermutlich auch das Händchen auf…

Also, das beginnt schon mal mit den Abfallsäcken und dem Karton: Da gehören Gebührenmarken drauf, sonst bleibt das Zeugs auf der Strasse stehen. Pro Grösse des Abfallsacks sind das eine bis drei Pflichtgebührmarken, ebenso für den Karton und natürlich auch für die Sperrgutabfuhr. Die Grünabfuhr ist ebenfalls gebührenpflichtig. Das findet Kritiker in Ordnung so - wer Abfall erzeugt, soll auch dafür bezahlen.

Bedenklich wird es, wie Kritiker schon berichtet hat, wenn die Abfalltonnen, die im Dorf aufgestellt sind, keine Alubüchsen annehmen, die nicht sauber flach getreten worden sind - sie passen einfach nicht in den Schlitz. Begründung des Abfall-Chefs der Gemeinde: “Das würde zu viel Volumen im Container bringen.” Und die Folge daraus: Der Abtransport wäre zu teuer für den Inhalt, der vom Altwarenhändler schliesslich auch bezahlt wird. Schöne Logik - Kritiker geht mit seinen Alubüchsen nun halt direkt zum Altwarenhändler und kriegt dort sogar noch Geld dafür. Und die Rückenschmerzen sind deswegen auch weg - Kritiker muss nicht jede Büchse einzeln flachtreten und sich dann noch bücken - die Bandscheibe sagt Danke. Der Gemeinde entgehen so einige tausend Franken, denn nicht nur Kritiker hat diesen Ausweg aus der Abzockerei gefunden. Ebenso mit dem Karton - der wird nicht mehr mit kostenpflichtigen Marken beklebt, sondern direkt abgegeben - gratis. Bleibt noch das Sperrgut, aber dafür gibt es meist Brockenstuben, die sich für alte Bettgestelle oder Tische interessieren. Auch nichts für die Gemeindekasse.

Und den Grünabfall aus dem Garten wird Kritiker künftig direkt in eine Kompostanlage bringen - kostenfrei. No Money für die Abzocker.

Denn die wollen nicht nur das Geld für die Abfall-Entsorgungs-Marken, die wollen noch mehr. So steht auf der Rechnung der Gemeinde jeweils ein Betrag von einigen hundert Franken für “Kehrichtentsorgung”. Aha, Kritiker muss doppelt bezahlen, einmal für die Marken, dann noch für den Steuervogt. Und schliesslich kommt dann noch eine Rechnung vom Kanton, der da auch gerne etwas an Kritikers Abfall verdienen will - Kehrichtsteuern. So gerechnet, bezahlt Kritiker und alle anderen im Dorf wohl dreimal für den gleichen Mist. In einer normalen Gemeinde dürfte diese Abzockerei nicht funktionieren. Im Dorf, in dem Kritiker lebt, ist das aber scheinbar seit Jahren üblich.

Und Kritiker ist sich fast sicher, dass die Gemeinde demnächst noch Internet-Abfall-Steuern verlangen wird - vielleicht nach MB gerechnet oder nach Worten. Denn irgendwie müssen ja die Abfallentsorgungsbeamten bezahlt werden - also am besten mit allem, das in den Abfalleimer auf dem PC wandert. Ist schliesslich Abfall - und der muss bezahlt sein. Folglich wird an jedem PC ein Zähler angebracht - Entsorgungsgebühr pro Wort, MB oder so. Also für alles, was im Papierkorb auf dem PC landet. Ein Grund mehr, dem Dorf den Rücken zu kehren. Aber darüber würden sich zu viele Abfall-Beamte freuen…


Jul 18 2010

Rabenschreck

Tag: Meckerfrau, Promotion, Wort zum Sonntag, societydoe @ 10:42

Als Kritiker neulich von einem Kundenbesuch zurück kam, war Kritikerfrau sichtlich aufgeregt. “Raben attakieren unser Küchenfenster.” Raben? Krähen? Kritiker liess sich den Vorfall erklären.

Wir haben doch immer für die Katze ein kleines Geschirr mit ein paar Leckerli vor dem Küchenfenster, denn unsere Katze hält sich nicht an normale Essenszeiten - sie kommt, wenn sie Lust drauf hat. Das scheinen die Rabenvögel erkannt zu haben und vor zwei, drei Wochen stürzten sie sich zu zweit auf den Futternapf.

“So nicht”, “Stop” sagte sich Kritikerfrau und nahm das Geschirr einfach weg. Dabei hatte sie die Rechnung vorerst ohne die Vögel gemacht - die wurden nun richtig sauer. Sie flogen gegen die Scheibe, pickten wie wild am Thermometer herum und vollführten einen Riesenlärm. Fast wie im Filmklassiker “Die Vögel”.

Das war Kritikerfrau dann zu viel.Kurzerhand baute sie eine “Vogelscheuche, hängend vor dem Fensterbrett (siehe Bild). Und damit das auch noch ein bisschen raschelt, wurde daran auch ein Stück Alufolie angebracht. Kritiker hatte Angst, dass dies nicht nur die Raben, sondern auch die Katze vertreiben würde. Dem war nicht so - von Raben sind wir seither verschont. Die Katze kann in Ruhe schlemmen und unser Thermometer zeigt wieder seine 33 Grad an. Auf solch nützlichen Ideen können nur Frauen kommen…


Jul 02 2010

Schlange im Garten?

Tag: Meckerfrau, Shorties, societydoe @ 12:01

Eigentlich ist es ein ganzes Nest. Ein Schlangennest. Die Rede ist von unseren Zwiebeln, die da in alle möglichen Richtungen austreiben und dabei so schöne Blütenköpfe treiben.

Bald wird geerntet werden. Und dann kann Kritikerfrau wieder Zwiebelkuchen backen, eines meiner Lieblingsgerichte. Und scheinbar sehr gesund - besonders wenn man weiss, dass da kein Dünger dran ist.

Vorab soll der “Schlangenkopf” aber erst einmal blühen. Gemäss Kritikerfrau sind die Blüten wunderschön. Dann könnte Kritiker im nächsten Jahr ein ganzes Bett Zwiebeln anlegen. Zuerst die Blüten geniessen, dann die Zwiebeln essen.

Das könnte dann wahrlich ein Zwiebelfest werden…


Jun 16 2010

Fondue statt Paëlla

Tag: Schmuckstücke, Shorties, societydoe @ 17:50

Kritikerfrau hat kurzfristig für heute den Speiseplan geändert. Eigentlich schade, müssen die frischen Meeresfrüchte noch einen Tag im Kühlschrank dahin dämmern. Aber Fondue ist gut und gibt Kraft. Paëlla ist auch etwas sehr Feines, aber der Franz hat mich noch nie in seine Villa nach Spanien eingeladen, also machen wir das halt selbst.


Jun 14 2010

Seltsam geträumt…

Tag: Schmuckstücke, societydoe @ 17:31

Aufgestanden am Morgen in der Früh. Nachts von Meeresgetier geträumt, Krebse, Gambas, Seezungen. Alles sehr fein auf der Zunge. Morgenkaffee. Morgenzigartette und dann bass erstaunt: Da hängt doch so eine Seespinne direkt vor der Haustür. Schon grilliert.

Da hilft nur eine kalte Dusche. Und als ich anschliessend das Ungeheuer näher betrachtete, wusste ich, dass es die restliche Schote der Glyzinie war, die mich derart erschreckt hat. Es wäre ja auch unmöglich, im Dorf der Cervelat-Brätler und Langjäger-Vertilger, im Land der Fertigsossen-Verzehrer und der per Bunsenbrenner entzündeten Homemade-Grilladen einen Krebs zu entdecken. Und erst noch so einen hübschen.

Da bleibt dann halt nur die Erinnerung an Portugal…


Jun 07 2010

Kreiselitis (I)

Tag: Schmuckstücke, societydoe @ 16:28

Zu jedem noch so kleinen Dorf, das nicht mal einen Laden hat, so a la Tante Emma, oder einen Supermarkt, gehören heute im Kanton Bern wenigstens drei Kreisel. Das muss sein, damit es richtig kracht.

So sah Kritiker im Hinteren Emmental, fast schon im Berner Oberland, in jedem Dorf, das mehr als acht Häuser zählt, wenigsten einen, manchmal auch zwei Kreisel. Dabei dachte Kritiker, dass diese Monstren nur dort gebaut würden, wo sich Hauptverkehrsstrassen kreuzen. Aber nein doch - ein Dorf ohne Kreisel ist gar kein richtiges Dorf - lieber einen Kreisel als einen Laden.

Manchmal sind diese Rundum-Fahr-Wege sehr schön gestaltet (siehe Bild). Und deshalb wird Kritiker nun eine Kreisel-Serie machen. Dieses Beispiel stammt aus Bützberg. Sehr nett gemacht…


Jun 05 2010

Alt geworden

Tag: Wort zum Sonntag, society, sounddoe @ 11:35

Aufgefallen heute - Kritiker ist alt geworden. Als er dieses Plakat sah, macht er schnell aus dem fahrenden Auto ein Bild. Und daheim las er, warum er nicht nach St. Gallen fährt - er kennt keine einzige dieser Bands. Nichtmal eine.

Scheinbar ist der Zeit der grossen Bands vorbei - jetzt spielen die kleinen, unbekannten Gruppen auf. Klar, junge Leute kennen diese Namen und sind Fans von der einen oder der anderen Combo. Kritiker kann damit nichts anfangen - trotz der langfristigen Wetterprognose.

Also, daheimbleiben und im Garten einen feinen Weisswein schlürfen - kostet etwa gleich viel wie ein Bier im Plastikbecher an einem Open Air. Reise gespart, Eintritt gespart - und die Bratwurst gibt es daheim erst noch samt Brot und Senf zu einem Tiefpreis.


Mai 03 2010

Unkraut?

Tag: P R A N G E R, Shorties, societydoe @ 17:46

Manche nennen es Unkraut. So wie etwa Nichtsnutz. Oder sinnlos auf dem englischen Rasen wachsend.

Kritiker findet es schön, so zwischen dem Immergrün ab und zu ein Blümchen zu sehen. Das ist so wie in der Politik: Mehr Unkraut als dort gibt es kaum. Aber hin und wieder erblüht ein Blümchen, bevor es mundtot gemacht wird…


Apr 15 2010

Callcenter der BZ

Tag: P R A N G E R, Promotion, societydoe @ 19:13

Als Kritiker an einer Beerdigung weilte am Dienstag, erhielt Kritikerfrau einen Anruf einer Dame, die sich als BZ-Vertreterin ausgab. Für nicht Berner (das ist die Berner Zeitung). Ob die Kritikerfamlie nicht eine Abo abschliessen möchte etc. - typisch Callcenter.

Kritikerfrau meinte dann, dass das der Kritiker zu entscheiden habe. Zudem habe er ein Journalistenabo. Ende Telefongespräch. Heute dann, so schön beim Abendessen, wieder ein Anruf, ein Herr Hofer, er möchte doch Kritiker darauf aufmerksam machen, dass sein Abo (welches denn?) bei der BZ auslaufe und er nun einen neuen Vorschlag habe, zwei Monate gratis, zehn Monate zahlen. Kritiker wollte das nicht und sagte dem Herrn Hofer, dass dieser sicherlich nicht von der BZ sei, sondern - laut den Hintergrundgeräuschen zu urteilen - aus einem Callcenter anrufe. Was der nette Herr Hofer, in extrem perfekten Hochdeutsch sprechend, sofort bestritt. Das ging dann noch eine Weile, die Spiegeleier wurden kalt und endlich hatte Herr Hofer verstanden. dass er da an den falschen Partner geraten war. “Das Gespräch macht keinen Sinn und er beende es.” Ohne Gute Nacht zu sagen.

Und Kritiker durfte daraufhin kalte Spiegeleier mit Speck und lauwarmen Rösti essen - DANKE HERR HOFER.


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