Aug 03 2010
Die Böllerer vom Dienst
Endlich - der Nationalfeiertag gehört der Vergangenheit an und kommt erst im Jahre 2011 wieder. Nicht, dass Kritiker etwas gegen Nationalfeiertage hätte, ganz im Gegenteil, aber er hat was gegen unnützes Geballer aus allen Rohren - als würde die Schweiz in den Krieg ziehen.
Es bgann schon drei Tage vor dem 1. August - erste Böllerschüsse, erste Kettenknaller (schweizerdeutsch: Damenpfürze) weckten bei Kritiker das Gefühl, es sei an der Zeit, irgendwohin zu reisen, um dieser unsinnigen Knallerei auszuweichen. Am 31. Juli haben dann wohl einige Leute das Kalenderblatt falsch gelesen - der dritte Weltkrieg schien ausgebrochen, mitten am Tage. Und abends ging es natürlich darum, wer dem Nachbarn zeigen kann, dass die eigenen Böller noch lauter sind und teurer waren.
Ihr Knallfrösche: Das Geld für die Knallerei wäre sicherlich für die Flutopfer in Pakistan besser verwendet worden. Oder vielleicht für unsere Bergbauern. Aber das Böllern geht da vor - man muss ja schliesslich knallen, um zu zeigen, dass die Schweiz auch noch da ist. Individuelles Geknalle - nicht so wie in Basel, wo 100 000 Besucher auf den Rheinbrücken und aus den Hotelzimmern staunend zusahen, wie sich da 18 Tonnen Feuerwerk (Angaben Sonntagszeitung) verballert wurden. Von den Kosten spricht Kritiker lieber nicht.
Am Nationalfeiertag dann (Kritikerfamilie hatte alle Fenster geschlossen und die Rollos runter gelassen), zogen schwere Wolken am Himmel auf. Gut so. Denn die ganzen Raketen, die Richtung Sterne, respektive Wolken, abgefeuert wurden, kamen nur mit einem Knall zur wahren Pracht, von Farben und Sternschnuppen war vor der Türe am Himmel nichts zu sehen. Und Kritiker hat gelernt: Selbst in einer Finanzkrise muss geballert werden. Nun denn - am Sylvester wird es kaum anders sein.
Schön nur, dass es Läden gab, die bewusst auf den Verkauf dieser chinesischen Marschflugkörper verzichtet haben. Was zwar den Sommerumsatz schmälern dürfte. Aber dafür haben diese Ladenbesitzer ein reines Gewissen. Sie leben noch nicht im Krieg für eine Nacht…
Nebenbei sei bemerkt, dass sich da viele Mitmenschen schuldig gemacht haben, denn es wurde ganz klar in den Amtsblättern geschrieben, dass Feuerwerk in bebauten Gebieten untersagt ist. Nur wer hält sich da schon daran nach einer Bratwurst und sechs Flaschen Bier im Kopf?














